Arboretum Baum Nr. 163 - Zerreiche

Deutscher Name
Zerreiche
Lateinischer Name
Quercus cerris
Familie
QUERCUS,
Buchengewächse (Fagaceae)
Wissenswertes
Die Rinde der südeuropäischen Zerreiche ist, wie bei unseren heimischen Eichen, reich an natürlichen Gerbstoffen. Mit geschälter junger Eichenrinde wurden seit Jahrtausenden Tierhäute zu Leder, und die Felle zu Pelzen verarbeitet. Das Gerben mit Eichenrinde war sehr aufwendig und konnte mehrere Jahre dauern. Heute verwendet man künstliche Gerbstoffe.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Süd- und Südosteuropa bis Vorderasien. Wichtiges Waldgehölz. Im Tessin, der Steiermark und in Niederösterreich gibt es die einzigen, mitteleuropäischen Naturvorkommen. Auf mittel- bis tiefgründigen, stark kalkhaltigen bis schwach sauren, sommerwarmen Standorten.
Wuchs Großer Baum mit breit kegelförmiger bis breitrundlicher Krone und meist durchgehendem Hauptstamm, Seitenäste aufsteigend, oft aber auch waagerecht abstehend, im Alter ausladend und übergeneigt.
Größe 20 bis 30 m hoch und 10 (15) bis 20 (25) m breit. Jahreszuwachs Höhe 35 cm, Breite 25 cm.
Rinde Triebe kantig, teils gefurcht, graufilzig, olivgrün oder bräunlich mit deutlichen Lentizellen, alte Borke schwärzlich, Knospen mit langen, bleibenden Stipeln.
Blätter Sommergrün, wechselständig, Umriss sehr variabel, länglich elliptisch bis schmal länglich, 6 bis 12 cm lang, tief buchtig gelappt oder fiederspaltig, mehr oder weniger wellig, ledrig, oberseits dunkelgrün glänzend, unterseits graugrün; Herbstfärbung schön gelbbraun, gelegentlich auch rötlich.
Früchte Früchte erst im 2. Jahr reifend, Becher sehr stark von fädigen, abstehenden Schuppen umgeben, Eicheln zur Hälfte im Becher, 3 (4) cm lang, Früchte sehr attraktiv.
Wurzel Hauptwurzeln tiefgehend.
Standort Sonnig, warm.
Boden Sehr anpassungsfähig an Boden und pH-Wert, gedeiht noch vorzüglich auf trockenen Standorten; stark alkalisch bis schwach sauer, kalkliebend, bevorzugt mittel- bis tiefgründige, nährstoffreiche, durchlässige Lehmböden.
Eigenschaften Frosthart, wärmeliebend, hitze- und trockenresistent, ausgesprochen stadt­klimafest, sehr windresistent, sehr hohes Ausschlagsvermögen (wird in süd­lichen Ländern zu Futterzwecken geschneitelt), später Austrieb, Laub haftet oft bis zum Frühjahr.