Arboretum Baum Nr. 161 - Libanon-Eiche

Deutscher Name
Libanon-Eiche
Lateinischer Name
Quercus liabani
Familie
QUERCUS,
Buchengewächse (Fagaceae)
Wissenswertes
Die Gattung der Eichen ist sehr zahlreich. Insgesamt gibt es etwa 500 verschiedene Eichenarten. Die große Anzahl verschiedener Arten ist eine Anpassung an die unterschiedlichsten Klima- und Standort- bedingungen. An der Libanon-Eiche kann man sehen, dass nicht alle Eichen das klassische Eichenblatt haben. Es gibt sogar Eichenblätter mit einem ganz glatten Blattrand. Allen Eichen gemeinsam ist ein sehr ähnlicher Aufbau der Blüten und Früchte.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Europa, nördliches Kleinasien. Die Stiel-Eiche liebt als Baum des Flachlandes Standorte in Auen und Niederungen, in artenreichen Laubmischwäldern, sie kommt ferner vor in Feldgehölzen und Knicks; im Bergland geht sie nicht so hoch hinauf wie die Trauben-Eiche. Auf tiefgründigen, feuchten, nährstoff­reichen, kalkhaltigen bis mäßig sauren Lehm- und Tonböden.
Wuchs Mächtiger Baum mit breiter, hochgewölbter, lockerer und lichter Krone und meist kurzem Stamm, Äste stark, unregelmäßig, weit ausladend und im Alter knorrig und malerisch gedreht.
Größe 25 bis 35 (40) m hoch, 15 bis 20 (25) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 35 cm, in der Breite 25 cm.
Rinde Jahrestriebe zunächst oliv, später mehr bräunlich bis olivbraun, Terminal­knospen kuppelförmig zugespitzt, bis 7 mm lang; alte Borke dunkelgrau bis schwärzlich, tief gefurcht.
Blätter Sommergrün, wechselständig, im Umriß verkehrt eiförmig, zum Grund keilig verschmälert, Basis der Blattspreite geöhrt, 10 bis 15 cm lang, jederseits mit 3 bis 6 rundlichen Lappen, etwas ledrig, Blätter fast sitzend, Blattstiel bis 4 (8) mm lang, tiefgrün, unterseits hellgrün; Herbstfärbung oft prächtig gelb bis gelbbraun, Laub bleibt häufig bis zum Frühjahr am Baum.
Blüten Gelblichgrüne Kätzchen, 2 bis 4 cm lang, weibliche Blüten in langgestielten Ähren.
Früchte Eicheln, 2 bis 3 cm lang, Stiel 5 bis 12 cm.
Wurzel Tiefwurzler, im Alter Herz-Senkerwurzelsystem. Boden wird intensiv auch in der Tiefe durchwurzelt. Siehe Q. petraea.
Standort Sonnig bis absonnig.
Boden Stiel-Eichen sind allgemein bodentolerant, anspruchslos und robust; am optimalsten entwickeln sie sich auf mineralkräftigen, tiefgründigen, frischen bis feuchten Böden, z. B. schweren Lehmböden, Schlickböden in den Überschwemmungsgebieten großer Flussläufe und Bruchhumusböden (EHLERS). Q. robur gedeiht aber auch gut auf trockenen Normalböden; sauer bis alkalisch.
Eigenschaften Frosthart, wärmeliebend, Ansprüche an Luftfeuchtigkeit sind geringer als bei Trauben-Eichen (EHLERS), verträgt größere Temperatur- und Feuchtigkeitsextreme als Q. petraea. Q. robur verträgt sommerliche Trockenzeiten auch auf Extremstandorten (Böschungsflächen) ohne Schaden (Sommer '90), für innerstädtisches Klima geeignet, rauchhart, verträgt Stauwasser und Überschwemmungen bis zu 3 Monaten (DISTEL 1980), empfindlich gegen Grundwasserabsenkung (Wipfeldürre), wird in den letzten Jahren stärker vom Eichen- ­splintkäfer und Eichenwickler befallen, in der Jugend schattenverträglich, außerordentlich sturmfest, starker Stockausschlag aus schlafenden Augen (Niederwaldwirtschaft), Laub wirkt bodenversauernd, mehltauanfällig. Stiel-Eichen können 500 bis 800 (1000) Jahre alt werden. Alte Bäume sind blitz­gefährdet.