Arboretum Baum Nr. 109 - 111 - Zitter-Pappel

Deutscher Name
Zitter-Pappel
Lateinischer Name
Populus tremula
Familie
SALICACEAE, Weidengewächse
Wissenswertes
Dank eines abgeflachten Blattstiels bewegen sich die Blätter der Zitterpappel schon, wenn wir den Wind noch gar nicht spüren. Diese Bewegung fördert die Verdunstung, da so die feuchte Luft aus den Spaltöffnungen von den Blättern weggewedelt wird. Da jede Pflanze nur so viel Wasser mit den Wurzeln aufnehmen kann, wie die Blätter verdunsten, kann die Zitterpappel durch ihr Zittern mehr der im Wassergelösten Nährstoffe aufnehmen.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Europa, Nordafrika, Kleinasien, Sibirien. In Mitteleuropa allgemein verbreitet. In lichten Mischwäldern, an Waldrändern, in Hecken und Knicks, auf Öd­ländereien, Felshängen, Feldrainen und Steinschutthalden; auf mäßig nährstoff­reichen, schwach sauren wie kalkreichen, lockeren oder bindigen Sand-, Löß- und Lehmböden.
Wuchs Mittelgroßer Baum mit lockerer, unregelmäßiger, oft sehr malerischer Krone, Stamm schlank, gerade, auf armen Sandböden oder in Gebirgslagen auch mehrstämmig, strauchartig und schiefwüchsig, oft Dickichte ausbildend.
Größe Sehr unterschiedlich (8) 10 bis 20 (30) m hoch und (5) 7 bis 10 (12) m breit. Jahreszuwachs in der Jugend 80 cm, nach etwa 15 Jahren 30 bis 40 cm.
Rinde Junge Zweige gelbbraun, glänzend, später grau, Borke lange glatt bleibend, gelb oder grüngrau, im Alter rissig, schwärzlich.
Blätter Sommergrün, wechselständig, eirund bis fast kreisrund, an Langtrieben zugespitzt, Rand buchtig gezähnt, 3 bis 8 cm lang und breit, oberseits mattgrün, unterseits bläulich, Herbstfärbung meist leuchtend gelb, aber auch orangerot.
Blüten Pflanze ist zweihäusig; Blütenkätzchen 4 bis 10 cm lang, hängend, männliche Blüten mit 4 bis 12 Staubblättern, Staubbeutel anfangs purpurn; weibliche ­Blüten mit kurz gestieltem Fruchtknoten.
Früchte Junge Fruchtkätzchen grün, hängend, später weißwollig.
Wurzel Tiefe des Wurzelwerks richtet sich wie bei den meisten Pappeln nach der Beschaffenheit des Standortes. Flach- oder Herzwurzler, Boden wird intensiv durchwurzelt, starke Ausläuferbildung, auf Sandböden sehr weitstreichend (s. Populus alba). Bei Eingriffen in den Wurzelbereich verstärkte Ausläufer­bildung.
Standort Sonnig bis absonnig.
Boden Toleriert alle Böden, man kann P. tremula als bodenvage bezeichnen, gedeiht selbst noch auf trockenen Sandböden und Moorstandorten, bevorzugt aber grundwasserbeeinflusste, mäßig nährstoffreiche Böden, sauer bis alkalisch (pH-tolerant).
Eigenschaften Sehr frosthart, stadtklimafest, bildet Wurzelbrut, das Laub wirkt bodenverbessernd, stark verbißgefährdet, trocknet nasse Böden aus (pumpende Gehölzart), wird nach etwa 40 Jahren etwas brüchig (trockene Äste!), kann bis 100 Jahre alt werden.