Arboretum Baum Nr. 107 Robinie

Deutscher Name
Robinie, Scheinakazie
Lateinischer Name
Robinia pseudoacacia L
Familie
ROBINIA, Hülsenfrüchtler
Wissenswertes
Die aus Nordamerika stammende Robinie ist ein beliebter Park und Straßenbaum. In Südeuropa ist sie auch ein wichtiger Waldbaum geworden. Sehr wertvoll ist das harte Holz, dass man ohne chemische Behandlung im Freien verwenden kann. Es hält länger als Eichenholz. Der große Waldspielplatz im Stadtpark wurde aus Robinienholz gebaut.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Östliches Nordamerika. In Laubmischwäldern, auf nicht mehr bewirtschafteten Feldern, Ödländereien und anderen offenen Flächen; auf mäßig nährstoff­reichen, feuchten bis trockenen, lockeren Sand-, Lehm- und Felsböden.
Wuchs Mittlerer bis großer Baum mit rundlicher und lockerer Krone, Äste unregelmäßig, waagerecht ansetzend, oft drehwüchsig, aufrecht oder weit ausladend, Krone im Alter malerisch schirmförmig, häufig Totholz; in der Jugend sehr starkwüchsig.
Größe 20 bis 25 m hoch und 12 (15) bis 18 (20) m breit. Jahreszuwachs in der Jugend 1 bis 1,2 m, nach 10 Jahren 25 bis 50 cm, nach 40 Jahren etwa 20 cm.
Rinde Triebe rotbraun, kantig, stark dornig, Dornen bis 3 cm lang, alte Borke dunkelbraun bis dunkelgrau, tief netzfurchig.
Blätter Sommergrün, wechselständig, unpaarig gefiedert, 20 bis 30 cm lang, Blättchen zu 9 bis 19, elliptisch, 3 bis 4 cm lang, dunkelgrün bis blaugrün, unterseits hellgrün, spät austreibend, Herbstfärbung spät, gelblich. Blätter sind ­giftig.
Blüten Weiß, in 10 bis 25 cm langen, hängenden Trauben an jungen Trieben; stark süßlich duftend, Ende Mai/Anfang Juni.
Früchte Braune, 4- bis 10-samige Hülsen, oft den Winter über am Baum (Wintersteher), giftig.
Wurzel In der Jugend Pfahlwurzel, die nach 15 bis 20 Jahren rübenartig abholzig wird, dann Ausbildung eines Senkerwurzelsystems mit sehr flach im Oberboden ­verlaufenden Hauptseitenwurzeln, die eine sehr große Reichweite haben. (SCAMONI ermittelte an einer 70-jährigen Robinie 14 m); Vertikalbewurzelung besteht aus Senkern oder abbiegenden Horizontalwurzeln (Kniewurzeln), Robinienwurzeln suchen mit ihren langen Wurzelsträngen zielsicher Stellen anhaltender Bodenfeuchtigkeit auf (BARNER). Auf Sandstandorten geht die Robinie 2,6 bis 3 m tief; Robinien entwickeln Wurzelbrut und Stockausschlag, reichliche Bildung von Wurzelknöllchen, die Luftstickstoff bindende Bakterien enthalten.
Standort Vollsonnig.
Boden Insgesamt anspruchslos, optimal auf nährstoffreichen, frischen bis mäßig trockenen, lockeren Lehmböden, gedeiht aber auch gut auf armen, trockenen Sand- und Kiesböden, schwach sauer bis alkalisch, meidet ausgesprochene Kalkböden (EHLERS), versagt auf schweren, undurchlässigen, nassen und sauerstoffarmen Substraten. Robinien-Wurzeln haben ein großes Luftbedürfnis, daher die Vorliebe für lockere, sauerstoffreiche Böden.
Eigenschaften Frosthart, in ungünstigen Lagen leiden Jungbäume gelegentlich unter Früh- und Spätfrösten, wärmeliebend, hitze- und dürrefest, für Stadtklima sehr gut geeignet, industriefest, salzresistent, lichthungrig, Boden wird durch Knöllchenbildung, aber noch stärker durch die Laubstreu mit Stickstoff angereichert, Robinien gehören zu den nektar- und zuckerreichsten Insektenfutterpflanzen; nach Wurzelverletzung starke Wurzelbildung; Rinde und Laub für Pferde giftig, für Kühe und Ziegen gutes Futter (EHLERS), Blätter, Früchte, Samen und Rinde für Menschen ebenfalls giftig. Giftige Wurzelausscheidungen und Laubstreu verdrängen verschiedene Pflanzen.