Arboretum Baum Nr. 022 - 095 - 105 - Trauben-Kirsche

Deutscher Name
Trauben-Kirsche
Lateinischer Name
Prunus padus
Familie
Rosaceae
Wissenswertes
Der Nektar in den Blüten wird von den Pflanzen für die Dienstleistung der Bestäubung produziert. Eine weitere Form der Dienstleistung gibt es bei Traubenkirschen und auch anderen Kirscharten. Mit Hilfe von zwei kleinen Nektardrüsen am Blattstiel locken sie Ameisen an. Die Ameisen besuchen jedes Blatt und vernichten dabei viele schädliche Insekten. Die Nektardrüsen sind als kleine Punkte am Ende des Blattstiels gut zu sehen.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Europa, Nordasien bis Korea und Japan. In Deutschland allgemein verbreitet, jedoch in Kalkgebieten seltener und auf den Nordseeinseln ganz fehlend. In feuchten Feldgehölzen, in Knicks, zwischen Wiesen, Weiden und Äckern, an Waldrändern, als Unterholz in Auenwäldern, Flachmooren, an Bächen und Gräben. Auf nährstoffreichen, humosen und tiefgründigen, oft kiesig-sandigen Lehm- und Tonböden.
Wuchs Mehrstämmiger Großstrauch oder kleiner Baum mit schmal eiförmiger bis rundlicher, geschlossener Krone, im Alter etwas unregelmäßig, Zweige dann überhängend, raschwüchsig.
Größe 6 bis 10 bis 15 (18) m hoch und 4 bis 8 (10) m breit. Jahreszuwachs ca. 50 bis 70 cm, später die Hälfte. Es sind 18 m hohe Exemplare bekannt mit über 1,6 m Stammumfang.
Rinde Junge Zweige hellbraun bis dunkelbraun mit zahlreichen Lentizellen; Rinde riecht bittermandelartig (Laurocerasin), sie enthält noch Gummi, Gerbstoffe und Harze. Borke schwarzgrau.
Blätter Sommergrün, wechselständig, elliptisch-länglich bis breit verkehrt eiförmig, 6 bis 12 cm lang, dunkelgrün, matt, unterseits bläulichgrün, oft sehr früh austreibend, etwas runzlig; Herbstfärbung gelb bis gelegentlich rötlich.
Blüten Weiß, in 10 bis 15 (20) cm langen, lockeren, halb aufrechten bis überhängenden Trauben, Blüten erscheinen nach den Blättern oder entwickeln sich gleichzeitig mit dem Laubaustrieb; starker Duft; April/Mai.
Früchte Kugelige, etwa erbsengroße Kirschen, essbar, bitterer Geschmack. Verarbeitung zu Saft, Misch-Marmeladen, Essig.
Wurzel Kräftig, dicht verzweigt und sehr weit ausgebreitet, weniger in die Tiefe gehend. Wurzeln besitzen ein starkes Ausschlagsvermögen (EHLERS), Stockausschläge und reichlich Wurzelbrut, besonders nach Verletzungen; Überschwemmungen werden vertragen.
Standort Sonnig bis halbschattig.
Boden Keine besonderen Ansprüche, toleriert beinahe alle Böden, bevorzugt werden gleichbleibend feuchte, humose, nährstoffreiche Substrate, sauer bis alkalisch. Die Trauben-Kirsche gedeiht aber noch gut auf frischen, sandigen Standorten und kann auch hier zu beträchtlichen Exemplaren heranwachsen.
Eigenschaften Sehr frosthart, der frühe Austrieb ist gelegentlich spätfrostgefährdet, stadt­klimaverträglich, pumpende Gehölzart, legt feuchte Bodenstellen trocken, schattenverträglich, hohes Ausschlagsvermögen, widerstandsfähig gegen Schneedruck, verträgt zeitweilige Trockenheit, wenn Grundwasser erreichbar (EHLERS), Grundwasserzeiger, leidet nicht unter Wildverbiss, erreicht ein Alter von etwa 60 Jahren.