Arboretum Baum Nr. 077 - 100 - Schwarz-Erle

Deutscher Name
Schwarz-Erle
Lateinischer Name
Alnus glutinosa
Familie
BETULACEAE, Birkengewächse
Wissenswertes
Die Schwarz-Erle wächst in der Natur häufig an den Ufern von Flüssen und Bächen. Die Erle ist eine der wenigen heimischen Bäume, deren zahlreiche Samen auch vom Wasser verbreitet werden. Der feine Samen kann gut schwimmen und bleibt bis zu 12 Monate im Wasser keimfähig. So erobert die Erle neue Ufer. Der bekannteste Samen, der durch Wasser verbreitet wird, ist die Kokosnuss. Sie schafft es über alle Ozeane zu schwimmen, um an den Stränden zu wachsen.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Fast ganz Europa, Sibirien, Westasien, Persien und Nordafrika, landschafts­prägender Baum an Bächen, Flüssen, in Niederungen und auf stau­nassen Überschwemmungsböden, in Bruchwäldern und Übergangsmooren.
Wuchs Großer Baum mit pyramidaler, lockerer, im Alter malerischer Krone, Stamm meist bis zum Wipfel durchgehend, oft aber auch vielstämmig.
Größe 10 bis 20 (bis 25) m hoch und 8 bis 12 (14) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 30 bis 40 cm, in der Breite 20 cm.
Rinde Junge Triebe grünlichbraun, im Austrieb klebrig, nicht behaart, Borke später dunkelgrau, längsrissig.
Blätter Sommergrün, wechselständig, 4 bis 10 cm lang, stumpfeiförmig bis rundlich, dunkelgrün, während der Austriebszeit klebrig, lange haftend, keine Herbst­färbung.
Blüten Eingeschlechtig, männliche Kätzchen bräunlich, März bis April, weibliche ­Blüten unscheinbar, windbestäubt.
Früchte Eiförmige, 1,8 cm lange, verholzende Zapfen, die ab September/Oktober reif sind, Windverbreitung.
Wurzel "Glockenförmiges", intensives Herzwurzelsystem mit vielen mittelstarken ­Senkerwurzeln, die sehr tief gehen, wurzelt von allen heimischen Baumarten am tiefsten, Horizontalwurzeln sind kaum ausgeprägt.
Standort Sonnig bis halbschattig (lichtliebend!).
Boden Keine besonderen Ansprüche, nährstoffreiche, frische bis feuchte (nasse), schwach saure Böden werden bevorzugt.
Eigenschaften Pioniergehölz erster Klasse, besiedelt mit Salix caprea sterile Sande, hohe Überflutungstoleranz, windfest, Böden werden gut erschlossen, wenig wärmebedürftig, in Symbiose mit Strahlenpilzen wird freier Luftstickstoff gebunden, Laub verrottet schnell, ergibt guten Humus, langlebig, bis 150 Jahre.