Arboretum Baum Nr. 099 - 152 - Trauben-Eiche

Deutscher Name
Trauben-Eiche
Lateinischer Name
Quercus petraea
Familie
FAGACEAE, Buchengewächse
Wissenswertes
Den alten Germanen waren riesige alte Eichen heilig. Die größten von Ihnen wurden Göttern geweiht. Erst als christliche Mönche die heiligen Eichen abhackten, ohne das die Götter sie straften, endete dieser Glauben. Die große Bedeutung der Eiche lebt bis heut fort. So ist die „Deutsche Eiche“ in vielen Sprichwörtern lebendig und das Eichenlaub ist seit langem auf der Rückseite unserer Geldstücken. Das war sogar so bei den Geldstücke in der DDR.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Europa bis Kleinasien, in Deutschland allgemein verbreitet. In waldartigen Beständen, auf nährstoffreichen bis -armen, mittelgründigen, sauren, mäßig trockenen bis frischen, sandig-lehmigen, steinigen oder reinen Lehmböden, bevorzugt in luftfeuchter, wintermilder und mäßig sommertrockener Klimalage. In Gebirgslagen bis 700 m, gelegentlich auch höher, in den Südalpen über 1500 m.
Wuchs Großer Baum mit breiter, geschlossener, hoch gewölbter Krone und bis zum Wipfel durchgehendem Stamm.
Größe 20 bis 30 (40) m hoch und 15 bis 20 (25) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 35 cm, in der Breite 25 cm.
Rinde Triebe glänzend olivgrau, Knospen an der Terminale spitz-eiförmig, schlanker und spitzer als bei Q. robur, bis 9 mm lang; alte Borke graubraun, gleichmäßig, längsrissig, aber nicht so tief gefurcht wie bei Q. robur.
Blätter Sommergrün, wechselständig, verkehrt eiförmig bis verkehrt länglich oval, 8 bis 12 cm lang und 5 bis 7 cm breit, jederseits mit 5 oder 7 regelmäßigen, rundlichen bis spitz-rundlichen Lappen, Blattstiel 1 bis 1,6 cm lang, Basis meist breit keilförmig oder gestutzt, dunkelgrün, glänzend, unterseits hellgrün; Herbstfärbung gelblich bis braun, Laub besonders an jüngeren Bäumen oft lange haftend.
Blüten Gelbgrün, Mai bis Juni.
Früchte Eicheln zu mehreren, sehr kurz gestielt, bis zu einem Viertel vom Becher umschlossen.
Wurzel In den ersten 30 bis 50 Jahren stark ausgeprägte Pfahlwurzel, die etwa 1,5 m tief eindringt. Vom 30. Lebensjahr an bildet die Eiche sehr kräftige Seiten­wurzeln, aus denen schwächere Senker entspringen und in die Tiefe gehen. In der Altersphase zeigt sich ein echtes Herz-Senkerwurzelsystem, wobei die Pfahlwurzel deutlich zurücktritt. Die starken Senker der Trauben-Eiche gehen 2 m tief und erschließen, ähnlich wie Tanne, Stiel-Eiche, Rot-Eiche, Hainbuche und Zitter-Pappel, selbst sauerstoffarme Unterböden. Auffallend ist der geringe Feinwurzelanteil.
Standort Sonnig bis absonnig, bevorzugt luftfeuchtere Lagen als Q. robur (HEGI).
Boden Stellt an Nährstoffe und Bodenfeuchtigkeit geringe Ansprüche. Q. petraea wächst auch auf leichteren Böden noch gut, sie bevorzugt mäßig trockene bis frische, anlehmige, saure Sandböden, toleriert aber auch alkalische Substrate, meidet hohes Grundwasser und Staunässe.
Eigenschaften Frosthart, aber spätfrostempfindlich, Lichtholzart, wärmeliebend, trocken­resistent, übersteht sommerliche Dürre gut, stadtklimafest, verträgt mehr Wärme und Trockenheit als Q. robur (HECKER), hohes Ausschlagsvermögen, stockausschlagsfähig, Laub sehr leicht zersetzlich, wirkt bodenversauernd; hat mit 100 bis 120 Jahren ihre endgültige Höhe erreicht, alte Bäume stark blitz­gefährdet (EHLERS); Trauben-Eichen können 500 bis 800 Jahre alt werden.