Arboretum Baum Nr. 091 - Tulpenbaum

Deutscher Name
Tulpenbaum
Lateinischer Name
Liriodendron tulipifera
Familie
MAGNOLIACEAE, Magnoliengewächse
Wissenswertes
Im östlichen Nordamerika waren Tulpenbäume mit fast 50 Meter Höhe die größten Baumriesen in einem artenreichen Urwald. Die Stämme der Tulpenbäume waren über einen Meter dick und wuchsen ohne Seitenäste 20 Meter in die Höhe. Vor 150 Jahren gab es viele dieser Urwälder noch. Der größte Teil dieser riesigen Wälder wurde in nur 50 Jahren abgeholzt und Tulpenbaumholz wurde bis nach Europa exportiert. Heute gibt es kaum noch alte Tulpenbaumriesen.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Östliches Nordamerika; auf feuchten, gut durchlässigen Böden, sehr gern in Tälern und an sickerfeuchten Hängen, in Mischwäldern häufig aber auch in Reinbeständen.
Wuchs Hoher Baum mit schlankem, geradem Stamm und pyramidaler Krone, Haupt­äste im Alter mehr auseinanderstrebend, im unteren Bereich oft malerisch ­herabhängend, Wuchsformen können sehr unterschiedlich sein, gelegentlich auch mit unregelmäßig ansetzenden, mächtigen, ausladenden Seitenästen.
Größe 25 bis 35 m hoch und 15 bis 20 m breit. 25 m hohe Bäume sind in deutschen Parkanlagen keine Seltenheit. Ein 1914 im Arboretum Reutlingen gepflanztes Exemplar hatte 1980 eine Höhe von 30 m erreicht. Jahreszuwachs in der Höhe 35 bis 40 cm, in der Breite 20 cm.
Blätter Sommergrün, wechselständig, auffallende, ungewöhnliche Blattform, im Umriss fast viereckig, mit jeweils einem sattelförmigen Mittellappen und 2 großen, geschwungenen Seitenlappen, frischgrün; Herbstfärbung prachtvoll goldgelb.
Blüten In Form und Größe einer Tulpenblüte sehr ähnlich, Grundfarbe schwefelgelb bis gelbgrün, innen an der Basis der Kronblätter orangefarbene Saftmale ­(Nektarausscheidung), Ende Mai bis Ende Juni.
Früchte In aufrechten, spindelartigen, 6 bis 7 cm langen Zapfen.
Wurzel Herzwurzel, fleischig, weit ausgebreitet, liebt ähnlich großen Wurzelraum wie Liquidambar.
Standort Sonnig.
Boden Bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige, frische bis feuchte, gut drainierte Böden, sauer bis neutral (leicht alkalisch); gedeiht auch auf trockeneren ­Stand­orten, Zuwachs aber dann sehr gering.
Eigenschaften Frosthart, liebt Wärme, neigt zu Windbruch, besonders bei regennassem Laub und Wind (kann auch am Naturstandort beobachtet werden); Liriodendron sollte wegen seiner empfindlichen, fleischigen Wurzeln nicht im Herbst, ­sondern im Frühjahr bei Austriebsbeginn gepflanzt werden. Für Stadtklima nur bedingt empfehlenswert. Blüht erst als 20- bis 30- (bis 35-) jähriger Baum. Wertvolles Nutzholz!