Arboretum Baum Nr. 088 - Rotfichte

Deutscher Name
Fichte
Lateinischer Name
Picea abies
Familie
PINACEAE, Kieferngewächse
Wissenswertes
Die Fichte ist mit fast 30 % der Waldfläche, die am häufigsten angepflanzte Holzart in Deutschland. Viele denken, dass sie in reinen Fichtenwäldern mitten in der Natur seien. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Monokultur der Forstwirtschaft mit dem Ziel der Holzproduktion. Solche Wälder müssen gepflegt werden, manchmal sogar mit chemischen Pflanzenschutzmitteln. Heimisch ist die Fichte in höheren Gebirgen gemischt mit anderen Baumarten..

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Baum mit großer ökologischer Amplitude. Auf frischen bis nassen, basen­reichen bis stark sauren, modrig-torfigen, steinigen und sandigen Lehm- und Tonböden in kühl-humider, winterkalter Klimalage. Nord-, Mittel- bis Ost­europa.
Wuchs Großer Baum mit regelmäßig kegelförmiger, mehr oder weniger spitzer Krone und geradem, bis zur Spitze durchgehendem Stamm, Äste in gleichmäßigen Quirlen, im Freistand bis zum Boden beastet.
Größe 30 bis 50 m hoch und 6 bis 8 m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 50 cm, in der Breite 15 cm.
Nadeln Immergrün, nadelartig, 1 bis 2 cm lang, 4-kantig, dunkelgrün.
Blüten Weibliche Blüten aufrecht, ziemlich groß, leuchtend purpur, männliche Blüten geschlossen rot, beim Stauben gelb. April/Mai.
Früchte Zapfen hängend, zylindrisch, 10 bis 15 cm lang, 3 bis 4 cm dick.
Wurzel Flach, weitstreichend und dicht verzweigt, auf schweren, nassen Böden tellerförmig, auf gut durchlüfteten Böden unregelmäßig, oft tiefgehend, dann auch sturmsicher.
Standort Sonnig bis halbschattig.
Boden Die Fichte liebt kühle, luftfeuchte Lagen und mindestens 600 mm Niederschlag pro Jahr, nur auf Böden mit guter Wasserversorgung kann die 600-mm-Grenze unterschritten werden. An den Boden werden keine speziellen Anforderungen gestellt; sie liebt frische, sandig-lehmige Standorte mit einem pH-Wert ­zwischen 4 und 5, toleriert aber auch neutrale und kalkreiche Böden. Für den forstlichen Anbau scheiden trockene, flachgründige und tonige Böden aus, Windwurfgefahr und Borkenkäferbefall drohen auf schweren Böden. Stark ­kalkarme Böden sollten nur in Verbindung mit anderen Holzarten bepflanzt werden (Absinken des pH-Wertes durch Rohhumusbildung).
Eigenschaften Länger andauernde Hitze und Trockenperioden werden schlecht vertragen, Fichten fördern sehr stark die Rohhumusbildung, dadurch Verschlechterung der Bodenqualität; nicht genügend windfest, wird von anderen Arten über­troffen; empfindlich gegen Immissionen, nicht rauchhart. Fichten können 200 bis 600 Jahre alt werden.