Arboretum Baum Nr. 087 - Weichsel-Kirsche

Deutscher Name
Weichsel-Kirsche
Lateinischer Name
Prunus mahaleb
Familie
ROSACEAE, Rosengewächse
Wissenswertes
Die WeichselKirsche hat sehr kleine Früchte, deren Nutzung sich nicht lohnt. Das harte Holz mit seiner schönen Maserung hat die Besonderheit im erwärmten Zustand angenehm zu duften. Auf Grund dieser Eigenschaft wurde es für Tabakpfeifen verwendet. In Teilen Österreichs wurden WeichselKirschen wie kleine Kopfweiden kultiviert. Die geraden Triebe bohrte man zu einem Rohr aus und nutzte es für die vor 150 Jahren beliebten Porzellanpfeifen.
 

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Europa, Westasien. In Deutschland im Rheintal, Nordpfalz, Donautal, bevorzugt im Weinbaugebiet, oft nur verwildert; an warmen und trockenen, auch heißen Südhängen, in lichten Mischwäldern, in Trockenbuschgesellschaften, Hecken, an sonnigen Waldrändern und an Felshängen; auf meist kalkhaltigen, mittel- bis tiefgründigen, auch flachgründigen Stein-, Lehm- oder Sandböden.
Wuchs Großstrauch oder kleiner, etwas unregelmäßig wachsender, oft mehrstämmiger Baum mit breit ausladender, häufig auch sparriger Krone, Äste im Alter leicht überhängend.
Größe 4 bis 6 (10) m hoch und meist genauso breit. Jahreszuwachs 30 bis 40 cm.
Rinde Triebe dünn, rund, hellgrau oder graugrün, Zweige grau bis graubraun, leicht glänzend, alte Borke längsrissig, sehr schmal gefeldert.
Blätter Sommergrün, wechselständig, rundlich bis herzförmig, 4 bis 6 cm lang, beidseitig glänzend grün. Ohne Färbung.
Blüten Weiß, bis 1,5 cm breit, in Doldentrauben, duftend, erscheinen kurz vor dem Laubaustrieb im April/Mai.
Früchte Dunkelrot, bei Vollreife schwarz, rundlich, 0,8 bis 1 cm groß, schmecken meist herb-bitter, essbar.
Wurzel Kräftig, gehen sehr tief.
Standort Vollsonnig.
Boden Toleriert die meisten Böden, wächst selbst noch auf sehr trockenen, steinigen Substraten, neutral bis stark alkalisch, kalkliebend.
Eigenschaften Frosthart, sehr lichthungrig, wärmeliebend, verträgt extreme Trockenheit und Hitze (Heimatstandorte u. a. Steppenwälder im südöstlichen Europa), gut für innerstädtische Extremstandorte, unempfindlich gegen chronische Einwirkung von Rauchsäuren und Gasen (EHLERS), hohes Ausschlagsvermögen.