Arboretum Baum Nr. 086 - Ginkgobaum

Deutscher Name
Ginkgobaum
Lateinischer Name
Ginkgo biloba
Familie
GINKGOACEAE, Ginkgobaumgewächse
Wissenswertes
Durch die Evolution entstehen ständig neue Arten, die bestehende Arten verdrängen und aussterben lassen. Der Ginkgo passt nicht in dieses Schema. Ihn gibt es bereits seit 290 Millionen Jahren. Gingkobäume erlebten den Anfang und das Ende der Dinosaurier. Der Ginkgo wird daher auch „Lebendes Fossil“ genannt. Die heute vorherrschenden Laubgehölze begannen ihre Entwicklung vor 150 Mio. Jahren.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung China; auf tiefgründigen, nährstoffreichen, sauren bis alkalischen Böden in Laub- und Nadelmischwäldern in einem 25 km2 großen Areal; Grenzgebiet der Provinzen Anhui, Guizhou und Zhejiang.
Wuchs Stattlicher, sommergrüner Baum mit vielgestaltigem Habitus, Krone zunächst kegelförmig, im Alter breiter mit oft unregelmäßigen, etwas steif ausladenden, wenig verzweigten Ästen. In der Jugend oft trägwüchsig.
Größe 15 bis 20 bis 30 (35) m hoch und 10 bis 15 (bis 20) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 35 bis 40 cm, in der Breite 25 cm.
Rinde Grau, längsrissig, an alten Stämmen oft stark gefurcht.
Nadeln Fächerförmig, langgestielt, oft eingeschnitten oder gelappt, parallel- und gabelnervig, derbledrig, frischgrün, im Herbst leuchtend goldgelb.
Blüten Pflanze ist zweihäusig. Männliche Blüten in Kätzchen, weibliche einzeln langgestielt, mit dem Laubaustrieb April/Mai. An alten männlichen Pflanzen gelegentlich auch fruchtende Zweige.
Früchte Mirabellenähnlich, fleischig mit Steinkern; im reifen Zustand unangenehmer Geruch nach Buttersäure. Befruchtung im September, erst an den abgefallenen Früchten beginnt die Entwicklung des Embryos.
Wurzel Kräftig, Hauptwurzel tief. Herzwurzler.
Standort Sonnig bis absonnig.
Boden Sehr standorttolerant, gedeiht auf jedem kultivierten Boden, (mäßig trocken) frisch bis feucht, liebt tiefgründige, gut durchlässige, nahrhafte Substrate, sauer bis alkalisch, pH-tolerant, von pH 5 bis 7.
Eigenschaften Gut frosthart. Als Jungpflanze, besonders auf zu nahrhaften Böden, etwas spätfrostempfindlich. Wärmeliebend, hitzeverträglich, stadtklimafest, widerstandsfähig gegen stärkste Luftverschmutzung, wird in Europa nicht von Krankheiten befallen, erstaunlich windfest (Föhr). Ältere Bäume entwickeln auf der Unterseite starker Äste, aber auch am Stamm, wurzelartige, zitzenförmige Auswüchse, die meterlang werden können. Man nennt diese luftwurzel­ähnlichen Gebilde, die auch ein wenig an die Stalaktiten der Tropfsteinhöhlen erinnern, "Tschitschi". Über ihre Bedeutung ist bisher wenig bekannt. Da sie senkrecht zum Erdboden wachsen, könnten es "Überbleibsel" stützwurzel­ähnlicher Organe von längst ausgestorbenen Ginkgo-Arten sein, die in sumpfigen Wäldern beheimatet waren.