Arboretum Baum Nr. 083 - Spätblühende Trauben-Kirsche

Deutscher Name
SpätblühendeTrauben-Kirsche
Lateinischer Name
Prunus serotina
Familie
ROSACEAE, Rosengewächse
Wissenswertes
Die Traubenkirsche ist eine Baumart, die in ihrer Heimat sehr wertvolles Holz liefert. Anbau- versuche in Mitteleuropa zeigen die Risiken bei der Einführung neuer Pflanzen. Heute ist die Traubenkirsche ein Unkraut des Waldes, verdrängt viele heimische Gehölze und schädigt damit das natürliche Ökosystem. In Europa wächst die Trauben-Kirsche kleiner, nutzbares Holz kann nicht gewonnen werden.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Östliches Nordamerika. Sehr bodentolerant, wächst dort sowohl auf sehr trockenen wie auf sehr nassen Böden, oft in Reinbeständen. In Mitteleuropa zählt P. serotina zu den Neubürgern (Neophyten) unserer Gehölzflora und ist vielerorts verwildert.
Wuchs Strauchig, Großstrauch oder auf zusagenden Standorten auch kleiner bis ­mittelgroßer Baum. Krone verkehrt eiförmig, Seitenäste aufrecht, im Alter breit auseinanderstrebend. Zweige leicht überhängend; raschwüchsig.
Größe 5 bis 8 bis 15 (25) m hoch und 5 bis 10 (bis 12) m breit. Jahreszuwachs ca. 50 cm, später die Hälfte.
Rinde Triebe zuerst grünoliv, später dunkelbraun bis rotbraun, glänzend, glatt, ­mit ­feinen, hellgrauen bis weißen Lentizellen; innere Rinde duftet aromatisch-­bitter. Borke dunkelgrau, später feinschuppig.
Blätter Sommergrün, wechselständig, länglich-elliptisch, zugespitzt, sind sehr ­variabel, 5 bis 13 cm lang und 3 bis 5 cm breit, oberseits dunkelgrün, glänzend, Blätter treiben spät aus und bleiben oft bis in den November am Baum haften. Färbung gelblich.
Blüten Weiß, in bis zu 15 cm langen, kahlen, aufrechten, walzenförmigen Trauben, Einzelblüte bis 1 cm breit, nach dem Laubaustrieb. April/Mai (bis Juni).
Früchte 1 cm dicke, kugelige, dunkelpurpurne Kirschen, bitter, essbar.
Wurzel Kräftig, auch tiefgehend, weit ausgebreitet, dicht verzweigt, verträgt Überschwemmungen, standfest.
Standort Sonnig bis leicht schattig.
Boden Sehr anspruchslos, toleriert beinahe jede Bodenart, sauer bis alkalisch, trocken bis nass, wächst selbst noch auf nährstoffarmen, humosen Sandböden und auf festgelegten Dünen (Holland), P. serotina bevorzugt tiefgründige, feuchte und nährstoffreiche Substrate.
Eigenschaften Frosthart, stadtklimafest, gut windresistent (Küste), geeignet für extreme innerstädtische Pflanzsituationen, übersteht auch längere Trockenperioden ohne Laubschäden (Sommer 1983), unempfindlich gegenüber Spätfrösten, schattenverträglich, Laub verrottet schnell und gibt guten Humus, Rohbodenbesiedler, verträgt Salzluft (Meeresnähe), leidet nicht unter Wildverbiss, das trockene Laub ist für das Vieh giftig (EHLERS).