Arboretum Baum Nr. 072 - Sumpfzypresse

Deutscher Name
Sumpfzypresse
Lateinischer Name
Taxodium distichum
Familie
TAXODIUM,
Zypressengewächse (Cupressaceae)
Wissenswertes
Es gibt sehr wenige Bäume, die ständig im Wasser wachsen können. Die Sumpfzypresse gehört dazu. In den Sumpf-Urwäldern Nordamerikas werden die Bäume 40 m hoch und können über 1 m dick werden. Die Bäume sind so gut im Boden verankert, dass sie an den Wirbelsturmküsten bis zu 1000 Jahre alt werden. Vor der Eiszeit gab es die Sumpfzypresse auch in Europa. In der Lausitzer Braunkohle fand man die Überreste riesiger Baumstümpfe.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung In Sümpfen und an Flussufern im südöstlichen Nordamerika.
Wuchs Sommergrüner, hoher Baum mit regelmäßig kegelförmigem Kronenaufbau. Im Alter breit kegelförmig, gelegentlich auch unregelmäßig offen mit einzelnen starken, weit ausgebreiteten Ästen, langsam wachsend.
Größe 30 bis 40 (50) m hoch und 8 bis 10 (bis 12) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 25 bis 35 cm, in der Breite 15 bis 20 cm.
Rinde Dünn, glatt, rotbraun, rissig.
Nadeln Sommergrün, nadelförmig, wechselständig (!) im Gegensatz zu Metasequoia, wo die Nadeln gegenständig angeordnet sind, frisches hellgrün, im Herbst ­rotbraun, Nadeln fallen zusammen mit den Kurztrieben ab.
Früchte Zapfen eirund bis kugelig, 2 bis 3 cm groß, grün, reif braun.
Wurzel Kräftige Pfahlwurzeln. Interessant sind die sogenannten Atemknie, bis 30 cm dicke und bis zu 1 m hohe, kegelförmige, aus dem Wasser oder aus dem feuchten Boden herausragende Kniewurzeln. Sie sind ausgefüllt mit grob­strukturiertem Durchlüftungsgewebe. Wahrscheinlich sind sie neben ihrer Stützfunktion auch für den Sauerstoffaustausch verantwortlich, denn sie ­werden nur von Bäumen ausgebildet, die entweder im Wasser oder in feuchten, schlammigen Böden stehen.
Standort Sonnig, freie Lage, geschützt.
Boden Obwohl die Sumpfzypresse am heimatlichen Standort nur im Wasser oder in schlammigen, feuchten Böden wächst, gedeiht sie bei uns erstaunlicherweise auch auf mäßig trockenen Standorten (Sand). Optimal sind allerdings feuchte bis nasse, nährstoffreiche Sand-, Lehm- oder Tonböden, sauer bis neutral; auf Böden mit zu hohem pH-Wert werden sie chlorotisch und kümmern.
Eigenschaften Allgemein frosthart, junge Pflanzen frostgefährdet, ziehen früh Saft und schließen auf zu guten Böden sehr spät ab, außergewöhnlich windfest (DIRR), können ganzjährig im Wasser stehen, widerstandsfähig gegen Immissionen, stadtklimafest. Am Heimatstandort gibt es 700-jährige Bäume, sicherlich ­können sie noch älter werden.