Arboretum Baum Nr. 070 - Europäische Lärche

Deutscher Name
Europäische Lärche
Lateinischer Name
Larix decidua
Familie
PINACEAE, Kieferngewächse
Wissenswertes
Auch wenn man Lärchen häufig im Flachland sieht, sind sie nur in den Hochgebirgen heimisch und bilden dort die obere Baumgrenze. Diese Wälder halten die Lawinen aus höheren Lagen auf und werden daher von den Bewohnern der Berge sehr geschätzt. Das sehr dauerhafte und gut spaltbare Holz wird viel zu Schindeln gespalten, die früher typisch für die Dächer der Alpenländer waren und heute wieder zunehmend verwendet werden.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Auf nährstoffreichen, frischen, durchlässigen und gut durchlüfteten Böden, sowohl auf Kalk-, als auch auf Urgestein in der hochmontanen und subalpinen Nadelwaldstufe der Alpen, wo sie bis auf 2400 m emporsteigt und meist mit Pinus cembra, seltener mit Pinus mugo, Picea abies, Abies alba und Fagus ­silvatica vergesellschaftet auftritt.
Wuchs Sommergrüner, hoher Baum mit regelmäßiger, meist schmal kegelförmiger Krone und gerade durchgehendem Stamm, Äste waagerecht ausgebreitet oder ansteigend, Zweige relativ dünn und oft lang herabhängend, rasch ­wachsend.
Größe 25 bis 35 (45) m hoch und (8) 12 bis 15 (20) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 45/50 cm, in der Breite 25/30 cm.
Rinde Junge Triebe kahl, gelblich, im Alter dunkelrotbraune Schuppenborke, bis 10 cm dick.
Nadeln Sommergrün, nadelförmig, zu 30 bis 40 im Büschel, 10 bis 30 mm lang, zart, hellgrün, Herbstfärbung spät, leuchtend gelb bis goldgelb.
Blüten Weibliche Blüten eiförmig, 1 bis 1,5 cm lang, aufrecht, rosa bis purpurrot, männliche Blüten walzen- bis eiförmig, 0,5 bis 1 cm lang, schwefelgelb, ­Lärchenblüten sind außerordentlich attraktiv; April.
Früchte Eiförmig, braun, 2,5 bis 4 cm lang mit 40 bis 50 Samenschuppen, deren Rand nicht umgebogen ist (Gegensatz zu L. kaempferi).
Wurzel In der Regel ein tiefreichendes, intensives Herzwurzelsystem, auf Ton- und Naßböden flach.
Standort Sonnig, frei.
Boden Bevorzugt nährstoffreichen, tiefgründigen, frischen bis feuchten Boden, ist anpassungsfähig an den pH-Wert, gedeiht sowohl auf Kalk- als auch auf Ur­gestein; benötigt zur vollen Kronenentwicklung reichlich Standraum und volles Licht, liebt rege Luftbewegung und kommt mit relativ geringer Luftfeuchtigkeit aus.
Eigenschaften Sehr frosthart, als Hochgebirgsbaum benötigt sie wenig Wärme, Dürrezeiten werden aufgrund des tiefreichenden Wurzelwerks gut überstanden, sie besitzt deshalb auch große Sturmfestigkeit; junge Pflanzen gut schnittfest. Lärchen­nadeln sind sauer und zersetzen sich sehr langsam. Rinde ist stark gerbstoffhaltig; das Holz ist harzreich, schwer, zäh und elastisch. Es ist das härteste und dauerhafteste Holz unserer Nadelbäume, außerordentlich widerstandsfähig gegen Nässe, im Unterwasserbau genauso wertvoll wie Eiche.