Arboretum Baum Nr. 064 - Mehlbeere

Deutscher Name
Mehlbeere
Lateinischer Name
Sorbus aria
Familie
ROSACEAE, Rosengewächse
Wissenswertes
Die Früchte der Mehlbeere kann man im Haushalt vielfältig nutzen. Nach dem ersten Frost wird der Geschmack angenehm. Der Name Mehlbeere bezieht sich auf die im Vergleich zur Vogelbeere eher saftarmen Früchte. Früher mischte man die getrockneten und gemahlenen Früchte dem Mehl bei. Das Gebäck bekam dadurch einen angenehm fruchtigen Geschmack. Z.B. Weihnachtsplätzchen, die zur Hälfte aus Mehlbeerenmehl bestehen.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Mittel- und Südeuropa. In Deutschland liegt die nördliche Verbreitungsgrenze etwa in Höhe Kassel, Kaufunger Wald; häufige Vorkommen im westlichen ­Hessen, in Rheinland-Pfalz, im Schwarzwald, in der gesamten Schwäbischen Alb und Fränkischen Alb, im Spessart, Odenwald, im Allgäu und in den ­Bayerischen Alpen, wo die Mehlbeere bis auf 2000 m ansteigt. In sonnigen Laubmisch­wäldern, an lichten Wald- und Gehölzrändern, auf steinigen, süd­exponierten Kalkhängen, auf trocken-heißen Felsstandorten, in Hecken und Trockengebüschen. Auf trockenen bis mäßig frischen, vorzugsweise kalk­reichen bis schwach alkalischen, flach- bis mittelgrundigen, sandigen Lehm- oder Steinböden.
Wuchs Kleiner Baum mit gleichmäßig aufgebauter, breit kegelförmiger oder kugeliger Krone und meist kurzem Stamm, Äste mehr oder weniger spitzwinklig ansetzend, im Alter breiter und lockerer, langsamwüchsig.
Größe 6 bis 12 (18) m hoch und 4 bis 7 (12) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 35 cm, in der Breite 25 cm.
Rinde Junge Triebe zunächst weißgrau-filzig, später olivgrün bis olivbraun, kahl, ­sonnenseits rötlich überlaufen, Lentizellen deutlich hervortretend, alte Borke grau, längsrissig.
Blätter Sommergrün, wechselständig, breit elliptisch bis breit eiförmig, 8 bis 12 cm lang, Austrieb weißfilzig, später dunkelgrün, schwach glänzend, unterseits weißfilzig, derb, Herbstfärbung gelblich, lange haftend, auch grün abfallend.
Blüten Weiß, in bis zu 5 cm breiten Schirmripsen, Mai/Juni.
Früchte Orange bis rot, kugelig, 1 bis 1,2 cm dick, mehlig, roh genießbar, da parasorbinfrei. Sie wurden früher zu Mus verarbeitet, in Brot eingebacken oder gedörrt.
Wurzel Tiefes Herzwurzelsystem.
Standort Sonnig bis absonnig (halbschattig).
Boden Insgesamt anspruchslos und anpassungsfähig, auf allen trockenen bis mäßig frischen, durchlässigen Böden, schwach sauer bis stark alkalisch, kalkliebend. Optimales Wachstum auf ausreichend nährstoffversorgten Böden.
Eigenschaften Frosthart, Licht-Halbschatten-Holz, ausgesprochen wärmeliebend, gut abbaubares Laub; Pioniergehölz, um Waldstandorte vorzubereiten, Hitze- und ­Sommertrockenheit gut vertragend, stadtklimafest, windresistent, gut schnittverträglich, hohes Ausschlagsvermögen, langsamwüchsig, kann bis 200 Jahre alt werden.