Arboretum Baum Nr. 035 - Pfaffenhütchen

Deutscher Name
Pfaffenhütchen
Lateinischer Name
Euonymus europaeus
Familie
CELASTRACEAE, Spindelbaumgewächse
Verbreitung
Europa von Zentralspanien bis zur Wolga; Kleinasien, Kaukasus, fehlt in Teilen Skandinaviens, in Schottland und Nordrußland, bei uns vom Tiefland bis zu den Alpen (bis 1200 m) häufig vertreten; in krautreichen Auenwäldern, in Hecken, Knicks, Feldgehölzen und an Waldrändern; auf frischen, nährstoff­reichen, mehr oder weniger tiefgründigen, meist kalkreichen Ton- und Lehmböden (Lehmzeiger).
Wissenswertes
Das Pfaffenhütchen wird auch Spindelbaum genannt. Sein Holz ist hart und hat eine sehr kurze Holzfaser. Daraus gefertigte Gegenstände bleiben auch bei starker Benutzung schön glatt. Das ist eine der Eigenschaften, die für die Spindeln zum Wolle spinnen wichtig sind. An rauem Holz würden die Haare der Wolle hängen bleiben. Bevor bei diesem Strauch ein nutzbarer armstarker Stamm gewachsen ist, vergehen mehr als 30 Jahre.

Ausführliche Beschreibung

Wuchs Aufrechter Strauch oder kleiner Baum mit etwas sparrigen, locker gestellten Ästen.
Größe 2 bis 6 m hoch und 1,5 (2) bis 4 (5) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 20 bis 25 cm, in der Breite 10 bis 15 (20) cm.
Rinde Zweige 4kantig oder gerieft, grün, gelegentlich mit schwachen Korkleisten besetzt, sonst glatt.
Blätter Sommergrün, gegenständig, eiförmig bis elliptisch, 6 bis 8 cm lang, dunkelgrün, Herbstfärbung leuchtend gelb bis rot. Blätter sind giftig.
Blüten Gelblich-grün, klein, unscheinbar, Mai/Juni, Insektenbestäubung; Blüten bilden reichlich Nektar, wichtige Nahrungspflanze für Schwebfliegen, Sandbienen, verschiedene Käferarten und Honigbienen.
Früchte Fruchtkapsel rosarot bis karminrot, 4-lappig, Samenmantel leuchtend orangefarben, Fruchtreife ab August bis Oktober, Fruchtschmuck ist ausgesprochen attraktiv; Früchte sind stark giftig.
Wurzel Intensives Feinwurzelwerk, mitteltief, im Oberboden sehr dicht, intolerant gegenüber Stauden und Zwiebelblumen.
Standort Sonnig bis halbschattig.
Boden Toleriert alle kultivierten Böden von neutral bis stark alkalisch, mäßig trocken bis naß, bevorzugt feuchtere, nahrhafte Standorte, kalkliebend.
Eigenschaften Gut frosthart, hat sich in den Küstengebieten (Dünentälern) als sehr windfest erwiesen, Blätter hier lederartig, hitzefest, verträgt sommerliche Trockenheit, aber auch Überflutung (Auenwaldbereich); Blätter und Früchte sind sehr giftig; Pflanzen werden nach dem Laubaustrieb häufig von Gespinstmotten befallen; Wurzelrinde enthält bis zu 15 % Guttapercha, ein dem Kautschuk ähnlicher Milchsaft; wurde verwendet als bester Nichtleiter in elektrischen Anlagen ­(Isolierung von Kabeln).