Arboretum Baum Nr. 033 - 112 - Winter-Linde

Deutscher Name
Winter-Linde
Lateinischer Name
Tilia cordata
Familie
TILIACEAE, Lindengewächse
Wissenswertes
Blühende Linden duften herrlich und man kann das Summen unzähliger Insekten hören. Der Grund dafür ist der süße und aromatische Nektar den die Linden produzieren, damit die Blüten bestäubt werden. Auch Imker nutzen diese Blüten, um von den Bienen den Nektar für den Honig sammeln zu lassen. Reiner Lindenblütenhonig ist der teuerste Blütenhonig. Von einem ausgewachsenen Lindenbaum kann man etwa 2 kg Honig ernten, aber nur in guten Honigjahren.
 

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Europa. In Mitteleuropa von der Ebene bis in die Alpen auf 1500 m Höhe. Durch Anpflanzungen auch vielerorts verbreitet, wo sie ursprünglich nicht beheimatet ist, wie z. B. im nordwestlichen Tiefland. In lichten, sommerwarmen Laubmischwäldern, wie auch in Auenwäldern und trockenen Eiche-Hain­buchen-Wäldern. Auf mäßig-trockenen bis frischen, lockeren, humosen, flach- bis tiefgründigen, schwach sauren bis alkalischen Lehm-, Löß- und Tonböden.
Wuchs Stattlicher Großbaum mit breit kegelförmiger, dichter Krone, später hoch­gewölbt-rundlich, Äste im Freistand tief ansetzend und schräg aufsteigend, starkastig, im Alter auseinanderstrebend und im Außenbereich der Krone überhängend, trägwüchsig bis mittelstark wachsend.
Größe 18 bis 25 (30) m hoch und 10 bis 12/15 (20) m breit. Jahreszuwachs in der Höhe ca. 30 cm, in der Breite 25 cm.
Rinde Triebe glänzend, unbehaart, anfangs rotbraun, schattenseits hellbraun, später kupferbraun, schattenseits olivbraun; Äste kurzgeknickt und verzweigt, ­Knospen 6 mm, Endknospen 7 mm, stark glänzend, rotviolett, meist nur 2 Knospenschuppen sichtbar.
Blätter Sommergrün, wechselständig, schief herzförmig bis rundlich, 3 bis 10 cm lang und genauso breit, Blattstiel 2 bis 5 cm, dunkelgrün, leicht muldenförmig nach oben gewölbt, unterseits bläulich graugrün, entlang der Mittelrippe und in den Aderwinkeln rotbraune Achselbärte (bei T. platyphyllos grau); Herbstfärbung gelb, oft leuchtend gelb.
Blüten Gelblichweiß, in 5- bis 11-blütigen Trugdolden, Blüte mit dem Hochblatt verwachsen, süßlich duftend, ab Anfang Juli.
Früchte Braun-filzig behaarte, ovale bis kugelige, dünnschalige Nüsschen mit nur schwach ausgeprägten Rippen.
Wurzel In den ersten sieben bis acht Jahren wird eine Pfahlwurzel gebildet, später kräftiges, unregelmäßiges Herzwurzelsystem, Feinwurzelanteil sehr hoch: sie wurzelt intensiver als Eiche, Hainbuche, Rotbuche, Birke, Esche, Schwarzerle und Ulme und ähnelt am ehesten dem Berg-Ahorn (KÖSTLER; BRÜCKNER; BIBELRIETHER).
Standort Sonnig bis halbschattig.
Boden Auf mäßig trockenen bis frischen, nährstoffreichen, schwach sauren bis alka­lischen Böden. Die Winter-Linde ist aber anpassungsfähig und gedeiht auch noch auf ärmeren Standorten, wenn diese nicht ausgesprochen trocken sind. Tilia cordata ist anspruchsloser als T. platyphyllos, sie benötigt weniger Nährstoffe und Bodenfeuchtigkeit.
Eigenschaften Sehr frosthart, Halbschattenbaumart, wärmeliebend, verträgt warme und trockene Luft (hitzetolerant), stadtklimaverträglich, verträgt sehr gut zeitweise Trockenheit des Bodens (OLBRICH), hohes Ausschlagsvermögen, windfest, Tilia cordata wird nicht so stark von Blattläusen befallen wie Tilia platyphyllos (weniger Honigtau) (MITCHEL/WILKINSON), Winter-Linden können über 1000 Jahre alt werden, beste Honig-Linde. Linden sind gut verpflanzbar.