Arboretum Baum Nr. 27 - Eberesche

Deutscher Name
Eberesche
Lateinischer Name
Sorbus aucuparia
Familie
ROSACEAE, Rosengewächse
Verbreitung
Fast in ganz Europa verbreitet, im Gebirge bis auf 2000 m Höhe. Häufig an Waldrändern, in Knicks, am Rande von Mooren, in Gebüschen, auf Weiden und an Feldrainen. Auf sauren bis kalkhaltigen, mäßig trockenen bis frischen, meist nährstoffarmen, humosen, lockeren Lehmböden.
Wissenswertes
Die Eberesche wird auch Vogelbeerbaum genannt. Für viele Vögel sind die roten Beeren eine wichtige Nahrungsquelle. Die Beeren nutzen dem Baum auch nur wenn sie gefressen werden. Da der Samen im Vogelmagen keimfähig bleibt, wird er weit verbreitet und erhält mit dem Kot der Vögel eine Startdüngung. Kleine Ebereschen stehen sehr zahlreich an vielen Stellen im Stadtparkwald. All diese kleinen Bäume sind als Samen in einem Vogelmagen gewesen.

Ausführliche Beschreibung

Wuchs Kleiner bis mittelgroßer Baum mit ovaler, später mehr rundlicher Krone oder mehrstämmiger, wenig verzweigter Strauch, in der Jugend raschwüchsig, Äste zunächst steif aufrecht, im Alter lockerer und leicht überhängend. In den ersten 20 Jahren relativ raschwüchsig, danach stockender Wuchs.
Größe 6 bis 12 m hoch (gelegentlich auch 20 bis 22 m) und 4 bis 6 m breit. Zuwachs in der Höhe 40 cm, in der Breite 30 cm.
Rinde Triebe dunkelbraun (schokoladenbraun), Lentizellen hell, Endknospen ca. 9 mm lang, weißfilzig behaart, Knospen dem Trieb angedrückt, lichtwärts gebogen, zweitoberste Knospe auffallend klein.
Blätter Sommergrün, wechselständig, unpaarig gefiedert, Herbstfärbung prachtvoll gelb bis orangerot.
Blüten Weiß, in bis 15 cm breiten, flachen Rispen, Mai/Juni.
Früchte Rund, bis 0,8 cm dick, leuchtend rot, in großer Fülle. Fruchtreife ab Ende August bis Oktober. Roh ungenießbar, enthalten Parasorbinsäure.
Wurzel Senkerwurzeltyp, bis 2 m tief, Seitenwurzeln flachstreichend, Wurzeln von Mykorrhiza umgeben, die die Nahrungsaufnahme erleichert (SPETHMANN).
Standort Sonnig bis halbschattig.
Boden Optimales Wachstum erreicht die Eberesche auf frischen bis feuchten, nicht zu nährstoffarmen, lockeren, leicht sauren Humusböden, insgesamt ist sie aber sehr bodentolerant und gedeiht auch noch gut auf armen, sandigen, trockenen Standorten, schwach saure Böden bevorzugend, jedoch auch kalkvertragend.
Eigenschaften Gut frosthart, Pioniergehölz, Licht-Halbschattenbaum, junge Pflanzen auf flach­gründigen Standorten dürregefährdet (SPETHMANN), reagiert auf längere sommerliche Trockenheit empfindlich, hohes Ausschlagsvermögen, Wind­resistenz durchschnittlich, hohe Standfestigkeit durch Senkerwurzel, unempfindlich sowohl gegen Staunässe, als auch zeitweilige Überschwemmungen (EHLERS), auf schlechten Böden relativ frühe Vergreisung, in der freien Landschaft verbißgefährdet. Höchstalter 80 bis 100 (150) Jahre.