Arboretum Baum Nr. 024 - 056 - 063 - Amberbaum

Deutscher Name
Amberbaum
Lateinischer Name
Liquidambar styraciflua
Familie
HAMAMELIDACEAE, Zaubernussgewächse
Wissenswertes
Der botanische Name Liquidambar heißt übersetzt flüssiges Amber. Das Amber worauf sich der Name bezieht, ist eine aromatische Substanz, die man im Meer findet und die von Walen ausgeschieden wurde. Der Baum hat ein Harz, welches ähnlich riecht und einen süßen Geschmack hat. Die Indianer, aber auch die ersten Siedler, nutzten dieses Harz als eine Art natürliches Kaugummi. Neben dem guten Geschmack hat das Harz auch eine starke antibakterielle Wirkung.

Ausführliche Beschreibung

Verbreitung Südöstliches Nordamerika; im Norden bis Süd-lllinois, westlich bis Ost-Texas, südlich bis Mittel-Florida, außerdem in Mexiko und Guatemala; auf feuchten Böden in Tälern, Uferwäldern, auf Hängen in Laubmisch-Wäldern und als ­Pioniergehölz auf alten, nicht mehr bewirtschafteten Ländereien.
Wuchs Mittelgroßer, stattlicher Baum mit geradem, bis zur Terminale durchgehendem Stamm, in der Jugend kegelförmiger Kronenaufbau, später mehr rundliche, zuletzt offene Krone mit einzelnen starken, ausgebreiteten Hauptästen. In der Jugend langsam wachsend.
Größe 10 bis 20 (bis 30) m hoch und 6 bis 12 m breit. Jahreszuwachs in der Höhe 35 cm, in der Breite 20 cm. Auf tiefgründigen Böden oft wesentlich stärker.
Rinde 1-jährige Triebe grün bis bräunlich, später graubraun und mehr oder weniger mit Korkleisten besetzt. Im Winter eine große Zierde.
Blätter Sommergrün, wechselständig, ahornähnlich, 5- bis 7-lappig, 12 bis 15 cm breit, oberseits dunkelgrün, etwas glänzend, unterseits mattgrün, Adernwinkel bärtig behaart; Herbstfärbung prachtvoll tiefpurpur, violettbraun, gelborange, scharlach und weinrot.
Blüten Pflanze ist einhäusig; männliche Blüten in grünen, endständigen und aufrechten, 5 bis 7 cm langen Ähren, weibliche Blüten in hängenden, langgestielten, kugeligen Köpfen; Blütezeit Mai.
Früchte Kugelig, aus vielen verholzten Kapseln bestehend, etwa 2,5 bis 3 cm dick, an langen Stielen, ein wenig an Platanenfrüchte erinnernd, haften oft noch im Winter am Baum.
Wurzel Herzförmig angeordnet, sehr weitstreichend, benötigt zur Ausdehnung viel Raum.
Standort Vollsonnig (wichtig zum Ausreifen und für Herbstfärbung).
Boden Frische bis feuchte, nahrhafte, durchlässige Böden, sauer bis neutral, kalkmeidend, bei zu hohem pH-Wert Neigung zu Chlorose; auf zu armen und verdichteten Böden kaum Zuwachs.
Eigenschaften In der Jugend frostempfindlich, auch bei älteren Pflanzen können in sehr strengen Wintern gelegentlich die Knospen oder 1-jährigen Triebe einfrieren, kritische Grenze dürfte bei - 28 ° C liegen, der Baum treibt dann oft erst im Juni aus den schlafenden Augen und regeneriert sich wieder gut. Bäume sollten nicht auf zu nährstoffreichen und zu feuchten Böden stehen. Wärmeliebend, bedingt stadtklimafest, verlangt großen, offenen und lockeren Wurzelraum. Sollte wegen möglicher Winterschäden (Totalausfälle bei jüngeren Bäumen) nur im Frühjahr gepflanzt werden.