Arboretum Baum Nr. 012 - Rot-Buche

Deutscher Name
Rot-Buche
Lateinischer Name
Fagus sylvatica
Familie
FAGACEAE, Buchengewächse
Verbreitung
In Europa allgemein verbreitet, vom Tiefland bis in die Alpen in Höhen von 1600 m; bestandsbildend in Wäldern auf lockeren, feuchten bis frischen, gut drainierten, warmen, kalkarmen und -reichen, mittelgründigen, sandig-steinigen Lehmböden, in kühl-humider Klimalage mit Niederschlägen über 500 mm.
Wissenswertes
Die Buche war die Hauptbaumart unserer Urwälder, bevor der Mensch kam und diese Wälder rodete. Deren Nutzung und Ausbeutung für Brennmaterial, Holzkohle zum Schmieden, Grubenholz für den Bergbau, Bauholz für Häuser und Schiffe sowie die Nutzung der Flächen für den Ackerbau war eine wichtige Grundlage für unseren heutigen Wohlstand. Der Schutz des tropischen Regenwaldes ist auch deshalb ein Thema mit vielen verschieden Ansichten.

Ausführliche Beschreibung

Wuchs Großer, breit- und rundkroniger Baum mit starken, bis zum Boden herab­hängenden Ästen (Freistand), im Bestand und in Gruppen mächtige, hohe, gerade Stämme bildend.
Größe 25 bis 30 m hoch, im Freistand sind alte Exemplare genauso breit. Jahres­zuwachs in der Höhe 50 cm, in der Breite 40 cm.
Rinde Junge Zweige graubraun, im Alter glatte, silbergraue Rinde.
Blätter Sommergrün, wechselständig, breit elliptisch bis oval, 5 bis 10 cm lang, mit 5 bis 9 Nervenpaaren, Rand leicht wellig, anfangs sind die Blätter seidig behaart, später oben dunkelgrün, glänzend und glatt, unterseits auf den Adern behaart; Herbstfärbung leuchtend gelb bis rotbraun.
Blüten Pflanze ist einhäusig, männliche Blüten zu vielen, in langgestielten, kugeligen Büscheln, die weiblichen Blütenstände nur 2-blütig; in 15 bis 20 Jahren er­scheinen die ersten Blüten; Mai.
Früchte Immer zwei einsamige Nüsse (Bucheckern) in einer borstigen, waagerecht oder aufrecht stehenden Fruchthülle. In größeren Mengen genossen schwach giftig (hoher Oxalsäuregehalt).
Wurzel Typisches Herzwurzelsystem; sehr kräftig ausgeprägt sind die weitstreichenden, untereinander stark verwachsenen Hauptseitenwurzeln; die Buche hat die intensivste Oberbodendurchwurzelung von allen heimischen Waldbäumen;bei alten Bäumen oft sehr ausgeprägter Wurzelanlauf; Wurzeltiefen liegen zwischen 1 bis 1,40 m, auf verdichteten Böden oder bei hohem Grundwasserstand oft nur 30 cm tiefer Wurzelteller, Wurzelsystem der Buche auf leichteren, sandigen Böden gelegentlich doppelt so breit wie der Kronendurchmesser! Wurzeln gegen Verdichtung, Einschüttung, Abgrabungen, Versiegeln, Veränderung des Grundwasserstandes, Überschwemmungen äußerst empfindlich.
Standort Sonne bis Schatten.
Boden Insgesamt anspruchslos, bevorzugt aber frische bis feuchte, nahrhafte, anlehmige Böden mit einem gewissen Kalkgehalt, warme Kalkböden in luftfeuchter Lage sind der optimale Standort, es muss aber darauf hingewiesen werden, daß die Buche auch noch auf schwach sauren, nährstoffärmeren Böden zufriedenstellend gedeiht.
Eigenschaften Schattenbaumart, hohe Schattenverträglichkeit (Buchen gedeihen noch bei 1/60 des vollen Tageslichts), winterhart bis -30°C, darunter Zweig- und ­Kronenschäden, etwas spätfrostgefährdet, hitzeempfindlich, liebt hohe Luftfeuchtigkeit, leidet unter Staunässe und längeren Trockenheiten, empfindlich gegen­über Luft- und Bodenverschmutzung, reagiert mit Rindenschäden (Sonnen­­­brand) bei Freistellung älterer Stämme; Buchen erreichen ein Alter von 300 bis 400 Jahren.